Kartographie

Projektion in die Ebene

Eine Weltkarte überträgt die gekrümmte Erdoberfläche auf eine Ebene. Dabei lässt sich nicht alles gleichzeitig erhalten: Flächen, Formen, Winkel und Entfernungen werden je nach Projektion unterschiedlich verzerrt.

Globus und Kartenbild

Die gekrümmte Erdoberfläche muss für eine Weltkarte in ein ebenes Netz übertragen werden. Dabei entstehen zwangsläufig Verzerrungen.

ErdoberflächeProjektionKartenebene

Nicht alle Eigenschaften lassen sich gleichzeitig erhalten.

Eine Abstimmung über Weltkarten

Am 4. September 2026 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Resolution „Correct the Map“. Die Resolution empfiehlt unter anderem Equal Earth und andere flächentreue Projektionen, wenn Größenverhältnisse eine Rolle spielen. Mercator wird damit weder verboten noch durch eine einzige vorgeschriebene Projektion ersetzt.
164 Staaten stimmten dafür, sechs Staaten enthielten sich.
Die Vereinigten Staaten stimmten als einziges Land dagegen. Die US-Vertretung begründete ihre Ablehnung nicht mit kartographischen Einwänden, sondern mit der politischen und ideologischen Rahmung der Initiative: Sie kritisierte insbesondere die Bezüge auf „cognitive justice“ und Reparationen und bezeichnete die Initiative als Teil eines größeren ideologischen Projekts.

Der Anlass macht einen alten Punkt sichtbar: Eine Karte ist nie nur eine verkleinerte Erde. Schon die Wahl der Projektion verändert den Eindruck von Größen und Formen. Einen Überblick über die Vielzahl der Verfahren bietet der Wikipedia-Artikel zum Kartennetzentwurf; die von der UN ausdrücklich genannte Equal-Earth-Projektion ist flächentreu.

Mercator und Equal Earth

Beide Karten zeigen denselben geografischen Ausschnitt von 75° W bis 60° O und 40° S bis 85° N. Nur die Projektion ändert sich.

Mercator

GrönlandAfrika

Hohe Breiten werden stark vergrößert.

Equal Earth

GrönlandAfrika

Flächenverhältnisse bleiben erhalten.

MapPlanet: equirektangulär

Für die Weltansicht verwendet MapPlanet das NASA-Blue-Marble-Material in einer equirektangulären Darstellung, auch Plate Carrée genannt. Längengrade werden gleichmäßig von links nach rechts, Breitengrade gleichmäßig von oben nach unten aufgetragen. Das ergibt ein einfaches rechteckiges Koordinatensystem und passt gut zu Tiles und dem regelmäßigen Hexraster.

Der Preis dafür liegt in hohen Breiten: Ein Grad geografische Länge entspricht am Äquator einer deutlich größeren realen Strecke als nahe den Polen. Auf der Karte bleibt der horizontale Abstand trotzdem gleich. Flächen werden deshalb Richtung Norden und Süden zunehmend gedehnt dargestellt.

Das MapPlanet-Raster umfasst 65.536 Spalten und 32.768 Zeilen - insgesamt 2.147.483.648 Plätze.

Wie groß ist ein MapPlanet-Hexagon?

Das Hexraster folgt derselben Projektion. Die Nord-Süd-Ausdehnung eines Hexagons bleibt nahezu gleich; seine reale Ost-West-Ausdehnung wird mit zunehmendem Breitengrad kleiner. Der Regler zeigt den Effekt für dieselbe MapPlanet-Zelle.

Breite: 545 mHöhe: 611 m

Das gelb markierte Hexagon wird gemessen. Die 65.536 Spalten zählen nicht volle Hexagonbreiten, sondern die Abstände der Hexagon-Mittelpunkte: horizontal jeweils nur 75 % einer vollen Hexagonbreite.

Breite545 m
Höhe611 m
Fläche0.250 km²

Näherung für eine kugelförmige Erde mit mittlerem Radius 6.371 km. Die Fläche wird aus der lokalen Breite und Höhe eines kleinen MapPlanet-Hexagons berechnet.

Quellen & weiterführend